Rushdie-Lesung an der GKS – Ein Zeichen für Freiheit & Solidarität

“Auch wenn die konkreten Hintergründe des Attentats und das Motiv des Täters noch nicht geklärt sind, scheint klar, worauf sie vermutlich zurückgehen: auf die Fatwa, die der iranische »Revolutionsführer« Ayatollah Khomeini 1989 gegen Rushdie erlassen hat. Sie forderte die Tötung des in Indien geborenen, britischen Schriftstellers, weil er mit den »Satanischen Versen« angeblich den Islam, den Koran und den Propheten Mohammed beleidigt habe […]

Salman Rushdie musste deshalb jahrelang unter intensivem Polizeischutz leben. Mehr als 20 Jahre lang ging man davon aus, dass keine Gefahr mehr für sein Leben bestehe. Doch diese Annahme hat sich durch das blutige Attentat in New York auf schockierende Weise als trügerisch erwiesen. Es macht deutlich, dass die Bedrohung der elementaren Menschenrechte und Freiheiten virulent ist. […]

Es ist daher dringend geboten, entschlossen aufzustehen und Recht und Menschenwürde zu verteidigen. Mit der Lektüre seiner Romane und Essays können freiheitsliebende Menschen in aller Welt ein Zeichen setzen, dass sie sich von Gewaltandrohungen nicht einschüchtern lassen und sich keinem Versuch beugen, Gedanken in Wort, Schrift und Bild zu unterdrücken oder auszulöschen.”

Das Gottfried-Keller-Gymnasium ist diesem Aufruf des Literaurfestivals Berlin zu einer weltweiten Lesung der Werke von Salman Rushdie gerne gefolgt: Am 29. September 2022 haben unsere engagierten Leser*innen ein tolles Programm auf die Bühne gebracht. Im Anschluss haben sie sich mit ihrem Publikum zu einem World-Café zusammengesetzt, in dem an sieben Tischen im 10-minütigen Wechsel kontroverse Aussagen rund um das Thema Religion und Meinungsfreiheit offen und vielseitig diskutiert wurden. An der insgesamt vierstündigen Veranstaltung haben sich verschiedene Oberstufenkurse samt ihrer Kursleiter*innen aktiv beteiligt – Wir danken euch allen vielmals für diesen gelungenen Akt der Solidarität und den regen Austausch eurer Gedanken.
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