Religionsfahrt nach Wittenberg – Martin Luther gesucht, sich selbst gefunden

Die Reise begann am 18. März am Berliner Hauptbahnhof, dort trafen wir uns und fuhren gemeinsam mit der Regionalbahn 40 Minuten bis zur Station Lutherstadt Wittenberg Hbf. Auf dem Weg in der Bahn planten wir schon, was wir alles vorhatten, jedoch wäre niemand von uns auch nur annähernd auf die Idee gekommen, dass die Fahrt so werden würde. Als wir dann ausstiegen liefen wir ungefähr 10-20 Minuten zum Hotel Cranachherberge. Als wir dann in die Zimmer gingen und unser Gepäck ablegen konnten, wussten wir alleine anhand des Zimmer, dass es eine tolle Zeit wird.
Nachdem wir dann eine Stunde “Freizeit“ hatten ging es mit dem ersten Punkt des Programmes los, der Stadtführung. Dafür trafen wir uns unten um 13:30 Uhr und gingen zu einem hohen Punkt in der Nähe. Dann fing meine Gruppe zuerst an mit dem Kurzvortag an der Luthereiche. Die Führung endete nach 2 Stunden an der Schlosskirche. Zwischendurch gab es auch mal Vorträge, wo nach der eigenen Meinung gefragt wurde, z.B. ob es überhaupt moralisch vertretbar ist Spott gegenüber Juden an der Stadtkirche “hängen“ zulassen, die Meinungen waren sehr gespalten, jedoch wurde jede Meinung respektiert. Dies ist nicht selbstverständlich und dies machte die Fahrt auch so toll, jeder konnte offen und ehrlich seine Meinung sagen und sicher dabei sicher fühlen.

Dann gingen wir in das Restaurant gegenüber und aßen dort dann zu Abend, für mich war es die erste Mahlzeit des Tages, da ich fastete. Allen schmeckte das Essen und alle wurde auch satt.
Nach dem Abendessen machte ich einen Spaziergang und legte mich dann auf eine Wiese und schaute in den Himmel. Der Sternenhimmel dort war wunderschön, in meinem ganzen Leben konnte ich zuvor noch nie besser Sterne bewundern. Blöderweise war mein Handy stumm, sodass ich das Klingeln nicht bemerkte und sich Leute, die mich seit nicht mal 8 Stunden kannten, sich um mich Sorgen machten.
Am Abend um 20 Uhr trafen wir uns dann im Gemeinschaftsraum und machten noch einem Nachtspaziergang zum Spielplatz. Dann haben wir noch ein paar Fotos gemacht und beendeten den Tag mit ein paar Kartenspielen. Dann war Bettruhe und danach sind wir selbstverständlich auch nur noch im Zimmer geblieben😉.

Die Mitarbeiter der Cranach-Herberge waren unfassbar nett, das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen war auch riesig und alles was man sich zum Frühstücken wünschte fand man dort. Um 9:30 ging es dann zur Jugendkunstschule zum Holzschnitt. Erstmal bekamen wir passende Ausrüstung und dann ging es auf die Straße, da musste jeder ein anderes Gebäude mit Bleistift abzeichnen, diese wurden dann später als alle fertig wurden, in ein Holzbrett geschnitzt, dann mit Farbe übermalt, anschließend legten wir ein Blatt auf das geschnitzte Ergebnis und überrollten es mit einer speziellen Rolle, so dass die Farbe sich übertrug und man das Bild dann bunt auf Papier hat.

Dann kam meiner Meinung nach einer der coolsten Workshops: Die Führung durch das Lutherhaus mit Escaperoom zur Lutherbibel. Erstmal zum Lutherhaus, da lernte ich persönlich am meisten über Martin Luther auf der Fahrt. Das ging aber nur dadurch, dass ich so viele Fragen stellen konnte und wäre die Frau, die den Workshop geleitet hat, nicht so nett gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich auch nicht getraut zu fragen. Außerdem sahen wir dort einmalige Sachen, wie zum Beispiel die übersetzte Bibel Martin Luthers und erfuhren viel über seine Frau Katharina von Bora und was er für sie alles erbauen lies/erbaute. Dann ging es zum Escaperoom. Erstmal wurden wir eingewiesen und alles wurde uns erklärt und als ich dann erfuhr, dass es entweder 4er oder 5er Gruppen sein mussten und wir zu siebt waren, war ich erstmal sehr traurig. Als ich dann aber mit meiner Gruppe im Raum war und wir die ganzen Rätsel lösten, stellte sich doch raus, dass diese ganzen Leute, die ich zuvor noch nie gesehen hatte, eigentlich ziemlich cool waren und so fand ich noch mehr neue Freunde.
Danach durften wir mit richtiger Feder und Tinte auf besonderem Papier einen Brief oder eine Nachricht an jemanden schreiben und es war wirklich sehr schwer und ich schaffte es nicht mal mit einer lesbaren Schrift zu schreiben, aber natürlich gab es irgendjemand, der es geschafft hatte, ein Gemälde zu malen.

Dann hatten wir nochmal kurz Zeit, bevor wir uns wieder um 18 Uhr in der griechischen Pizzeria getroffen haben. Danach machten wir uns fertig, um Einkaufen zu gehen, weil eine Person aus der Nebenklasse  Geburtstag hatte . Als wir das dann hinter uns hatten, mussten wir direkt wieder los, um uns um 20 Uhr im Gemeinschaftsraum zu treffen. Dort spielten wir dann erst einmal zwei Runden Werwölfe, dann hatten wir noch eine Stunde bis zur Bettruhe. In der Stunde schafften wir es, noch etwas den Geburtstag vorzubereiten. Als es dann 22 Uhr war, mussten wir zurück in unsere Zimmer, jedoch brachten wir es nicht übers Herz zu schlafen, bevor wir ihr nicht gratulierten. Als es dann so weit war, schlichen wir uns kurz runter um ihr zu gratulieren. Dann aßen wir noch kurz gemeinsam Kuchen mit den Jungs der anderen Klasse. Als ich mich dann kurz danach von ihnen verabschiedete, schlief ich ein und dann ging es auch zum nächsten und letzten Frühstück.

Um 8 Uhr bekam dann auch das Geburtstagskind ein kleinen Kuchen, für mich war das dann auch das erste Frühstück nach dem Fasten. Der Tag war dann auch wirklich noch ein besonderer Tag. Das Geburtstagskind feierte noch seinen Geburtstag, ich feierte das Zuckerfest auch noch später mit meiner Familie. Der letzte Programmpunkt war das Asisi-Panorama, ein riesiges Rundgemälde über Wittenberg in der Lutherzeit. Auf der Rückfahrt saßen wir dann alle mit den Leuten, die wir erst vor 2 Tagen kennen gelernten hatten, zusammen.

Am Ende war ich über diese Fahrt sehr erfreut. Ich lernte nicht nur sehr viel über Martin Luther, sondern bin auch selbst mental und geistlich sehr gewachsen. So ging es nicht nur mir, sondern auch allen anderen. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Fahrt in der 10. Klasse.

Text: Mohammed (8.4)
Fotos: Hr. Wein