Das Sommercamp des 7. Jahrgangs – wir blicken zurück!

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Lösungen. Die Coronabedingte Schulschließung und deren Folgen stellt alle Beteiligten vor neue Herausforderungen.
Unsere Schule organisierte daher nach dem Vorbild unserer bewährten Feriencamps in 9 und 10 nun ein Sommercamp in den ersten beiden Wochen der  Sommerferien. Schüler*innen des 7. Jahrgangs hatten die Gelegenheit, den zurückliegenden Unterrichtsstoff zu wiederholen, zu üben und anzuwenden.
Das Sommercamp, bei dem unsere frischgebackenen Abiturient*innen die Leitung übernahmen, konzentrierte sich dabei auf die Fächer Englisch, Spanisch und Mathematik. 

Norman Oehlandt, Campleiter im Fach Mathematik, berichtet von seinen Erfahrungen:

Zusammen mit einem weiteren ehemaligen Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs leitete ich den Mathematikkurs, welcher mit 13 Schüler*innen auch gut besucht war.

Beim ersten Betreten des Kurses sah man gespannte sowie desinteressierte und nicht so besonders begeisterte Gesichter. Also ähnlich wie häufig in der Schule.
Beginnend mit einer kurzen Vorstellungsrunde beider Parteien ging es dann auch schon los. Am ersten Tag brauchten wir Lehrkräfte zunächst einen Überblick über den bisherigen Kenntnisstand der Schüler*innen. Nach den ersten drei Stunden ließ sich schon ganz gut erkennen, wo man ansetzen muss, um den Schüler*innen „schon bekanntes“ und neues Wissen gut vermitteln zu können.

In den nächsten Tagen wurden fleißig verschiedenste Themen, Schritt für Schritt, bearbeitet. Es galt Zahlenmengen, Terme und Gleichungen, Prozent- und Zinsrechnung, Zuordnungen, Funktionen, Geometrie sowie etwas Daten und Zufall zu behandeln. Jedes Thema nahm etwa zwei Tage in Anspruch. Einige wurden auch auf drei Tage ausgeweitet und andere zunächst zurückgestellt. Je nachdem wie gut sich die Schüler*innen in dem jeweiligen Thema auskannten und was auch sie gerne etwas genauer erklärt bekommen wollten.

Damit es sich nicht im Verlauf der zwei Wochen zu einem langweiligen Frontalunterricht entwickelte, wurde zu verschiedenen Mitteln gegriffen. Je nach Thema wurde z.B. mit der Lernapp ANTON gearbeitet. Auch Stationenarbeit wurde mehrmals Angeboten, was die Schüler*innen gerne entgegennahmen und dem Lernklima zugutekam, da sich die Schüler*innen gruppenweise auf zwei Räume aufteilen konnten. Für uns war dies auch angenehm, denn mit 5-6 Schüler*innen konnten zielgenau mögliche Verständnisfragen beantwortet werden und Erläuterungen am Smartboard gruppenindividuell aufgezeigt werden.

Viele Schüler*innen wollten nach und nach dann auch von selbst neues Wissen generieren. Schließlich hielt man sich schon, mehr oder weniger freiwillig, in der Schule auf und wollte diese Zeit dann auch sinnvoll nutzen. Man merkte recht schnell, dass bei spannender Aufbereitung, auch anfangs nicht so begeisterte Schüler*innen begonnen haben, kleine Matheaufgaben zu hinterfragen.

Selbstverständlich wurden auch Fragen außerhalb des jeweiligen Themas, wenn sie halbwegs passten, beantwortet. Wir Abiturienten konnten da schon sehr gut weiterhelfen. Aber auch Fragen wie: „Wozu brauch ich das eigentlich später?“ wurden gerne und ausführlich diskutiert und besprochen. Spontane Verknüpfungen zu Themen, die die Jugendlichen in der Freizeit beschäftigen waren sehr hilfreich und Zeit für kleinere Witze war auch gegeben.

Zum Ende hin wagten wir uns dann auch mal raus. Auf der eigenen, grünen Terrasse wurde dann ein Kreuzworträtsel gelöst oder es wurde auf dem Sportplatz ein kleines Mathe-Sport-TikTakToo gespielt. Als die zwei Wochen sich zum Ende neigten, wurden doch einige Fortschritte gemacht, welche man als Lehrkraft auch bemerkte. Kleine Tests als Selbstüberprüfung, selbstverständlich ohne Benotung, gab es dann auch noch. Diese Selbstkontrollen wurden erstaunlich konzentriert und ruhig bearbeitet, was mich dann auch persönlich positiv überrascht hat. Auch mithilfe der Quizapp Kahoot, in der auch Matherätsel vorzufinden waren und in der wir Lehrkräfte auch tatkräftig eigene Quizspiele erstellt haben, konnten Überprüfungen angenehm gestaltet werden.

Im Nachhinein hat es auch mir Spaß gemacht, sich mit den Schüler*innen mal etwas anders mit Mathematik auseinander zu setzen. Dabei konnte man auch als Lehrkraft sehr viel neues lernen. Beispielsweise war es interessant zu sehen, wie man Inhalte möglichst interessant und informativ zu gestalten hat. Manchmal musste man auch einen Schritt zurück gehen und einen anderen Erklärungspfad finden, welcher vielleicht dafür sorgt, dass ein zunächst hartnäckiges Verständnisproblem einfach behoben werden kann, was auch für uns eine willkommene Herausforderung war.
Ich persönlich konnte mich schon sehr gut in die Schüler*innen hineinversetzen und verstehen, wie man es nun erklären muss damit es „klick“ macht. Innerhalb der zwei Wochen konnten wir alle oben aufgeführten Themen behandeln und zusätzlich miteinander verknüpfen. Solch ein Mathecamp habe ich nun schon zweimal mitgestaltet und bereue das keines Falls. Ob die Schüler*innen es bereuen ist eine andere Frage. Doch aus meiner Sicht sollte es den meisten schon weitergeholfen haben. Jeder/Jede auf seine/ihre Weise hat vom Camp profitieren können.

Text: Norman Oehlandt

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